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Marcel Keiffenheim
Leiter Energiepolitik

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Mechanismen des Energiemarkts

Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien ändert sich der Energiemarkt grundlegend. Alte Marktmechanismen greifen nicht mehr, neue müssen etabliert werden. Mit wissenschaftlichen Studien leisten wir hier Pionierarbeit – und versuchen anschließend, die so entwickelten Marktregeln politisch durchzusetzen.

Der Energiemarkt benötigt neue „Spielregeln“. Das Zeitalter der Grundlast, in der Kohle- oder Atomkraftwerke stetig Strom ins Netz einspeisten, ist vorbei. Die neuen Kraftwerke müssen flexibel sein, um die Fluktuationen der erneuerbaren Energien auszugleichen. Damit einher geht die Forderung nach einem neuen Marktdesign. Hier sind wir dabei über Studien zu analysieren, welche Mechanismen den neuen Anforderungen genügen und von welchen Modellen wir uns verabschieden müssen. Ein Ausschnitt der bislang identifizierten Bereiche:

Flexibilitätsmärkte

Ein besonderes Anliegen im Marktdesign sind Flexibilitätsmärkte für „Residualkraftwerke“: Marktanzreize sollen flexible Kapazitäten belohnen und inflexible Bestrafen. Ein Gas-Kraftwerk zum Beispiel kann flexibel hoch und runtergefahren werden. Weht viel Wind, speist es nur wenig oder gar keinen Strom ins Stromnetz, weht kein Wind läuft es auf voller Leistung. Flexibilitätsmärkte sind ein entscheidendes Instrument, um Atom- und Kohlekraftwerke zurückzudrängen.

EEG-Fortentwicklung

Das EEG, wie wir es heute kennen, wird wahrscheinlich nur noch wenige Jahre bestehen. Für die anstehende Debatte um eine radikale Umgestaltung (oder Abschaffung) müssen Mechanismen entwickelt werden, die den weiteren Ausbau der Erneuerbaren sichern. Hier leisten wir ebenfalls mit wissenschaftlichen Studien Pionierarbeit.

Strompreisdiskussion

Um eine sachliche Diskussion führen zu können, wird Kostentransparenz hinsichtlich aller Energieträger benötigt. Denn das Gelingen der Energiewende ist auch eine Preisfrage. Werden bislang lediglich die Kosten der erneuerbaren Energien thematisiert (Stichwort: EEG-Umlage macht Strom teuer), müssen auch die Förderungen für Kohle und Atom offen gelegt werden. Unsere Studie mit dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft bietet erste Ansätze für einen Vergleich der Energieträger. Und gibt Aufschluss darüber, wer für die Förderung von Auslaufmodellen wie Kohle und Atom aufkommt. Wir kämpfen für Preismechanismen, die die Kosten der Umgestaltung an den Strommärkten nicht allein den Verbrauchern über die Stromrechnung aufbürdet.