Windgas als Speicher

Eine Herausforderung bei der Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien ist deren fluktuierende Leistung. Vor diesem Hintergrund sind Speichertechnologien ein wichtiges Thema. Windgas kann hier zur Problemlösung beitragen.

Ökostrom ist nur eine Facette beim Umbau der Energiewirtschaft. Der Wärmemarkt ist eine andere. Schon seit längerer Zeit bekommen wir Kundenanfragen nach einem Gasprodukt. Wir sehen Erdgas als Brückentechnologie beim Umbau der Energiewirtschaft. Doch wie sollte unser Gasprodukt gestaltet sein? Für uns war klar, dass unser Gasprodukt umweltverträglich sein muss. Die Produktion von umweltfreundlichem Biogas ist nach unserer Auffassung heute nur sehr begrenzt möglich und damit nicht zukunftsfähig.

Hier kommt Windgas ins Spiel. Die Idee ist so einfach wie bahnbrechend: Wir nutzen überschüssigen Windstrom, um ihn zu Windgas zu machen. Schon vor über 200 Jahren entdeckte der italienischen Physiker Alessandro Volta die Elektrolyse. Bei der Elektrolyse wird elektrischer Strom verwendet, um einen chemischen Prozess zu erzwingen: Wasser kann über Elektrolyse in seine Grundstoffe, Wasserstoff und Sauerstoff, aufgespalten werden. Damit kann elektrischer Strom als Gas (Wasserstoff) gespeichert werden. Denn: Im Gegensatz zum Stromnetz ist das Gasnetz in der Lage größere Mengen Energie zu speichern. Der Windstrom kann nun in Gasform als Produkt im Wärmemarkt eingesetzt oder rückverstromt werden.

Bevor wir unser Produkt proWindgas entwickelten, galt es offene Fragen zu klären: Welches Potenzial hat ein Windgas-Produkt? Ist es ökonomisch sinnvoll? Ist es ökologisch vertretbar? Wir gaben deswegen eine Studie bei Dr. Michael Sterner vom Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Auftrag. Sie bestätigt:

  • Die Speicherung von Gas ist mittelfristig die einzige Möglichkeit, um in größerem Maßstab mit dem Problem der fluktuierenden Einspeisung aus erneuerbaren Energien umzugehen.
  • Windgas ermöglicht es Privat- und Geschäftskunden, ihr bestehendes Heizsystem ohne Technologiewechsel klimafreundlich zu gestalten.
  • Windgas steht, anders als Biogas, nicht in Nutzungskonkurrenz um Nahrungs- und Futtermittel, verursacht also keine Monokulturen und keine Konflikte zwischen nachhaltiger Landwirtschaft und Biomasse.
  • Windgas ist für die Energiewirtschaft ein Startsignal, die Kopplung von Strom- und Gasnetzen aufzubauen, die die synergetische Nutzung beider Netze samt Speicher- und Transportkapazitäten erschließt.
  • Windgas ist für die gesamte Volkswirtschaft eine wichtige Brückentechnologie für die Nutzung von nachhaltiger, klimafreundlicher Wind- und Solarenergie in die Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung zu bauen und sich langfristig von der Importabhängigkeit mit Erdgas, Erdöl, Kohle und Uran zu lösen.

Mit der Einführung des Produkts proWindgas ist unsere Arbeit aber noch lange nicht beendet: Energiepolitisch setzen wir nun alles daran, die Technologie hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Akzeptanz in Politik, Wissenschaft und Bevölkerung mit anderen erneuerbaren Energien gleichzusetzen. Zu unseren Forderungen gehört dabei, die Gasnetzbetreiber zu verpflichten, Wasserstoff ins Erdgasnetz aufzunehmen und die Technologie auch in der Rahmengesetzgebung so zu verankern, dass ihr Ausbau unter verlässlichen Bedingungen verlaufen kann.

Mehr über unser Gasprodukt proWindgas