Mitstreiter, Partner & Kunden

„Aus vielen kleinen Schritten wird irgendwann ein ganz großer.“

Mimi Sewalski

Aus der Serie: 20 Jahre, 20 Geschichten.

Zur Person

Mimi Sewalski, Geschäftsführerin beim Avocadostore - einer Handelsplattform für grüne Produkte, die für so ziemlich jeden Bereich des Lebens eine ökologische Alternative bietet. Seit 2015 Kunde und Kooperationspartner von Greenpeace Energy.


Greenpeace Energy: Liebe Mimi, du hast von deinem bunten Lebenslauf erzählt, von Jobs im Kino als „Queen of Popcorn Machine“, mehr oder weniger sinnvollen Projekten in der Werbung und dass du schon vor zehn Jahren mit einem Mehrweg-Coffee-to-go-Becher durch die Hamburger Schanze gelaufen bist. Jetzt bist du seit längerer Zeit Geschäftsführerin beim Avocadostore. Was treibt dich an?

Mimi: Dass ich so viel verändern darf. Erstens ist der nachhaltige Markt megadynamisch, da passiert unglaublich viel, es ist sehr spannend, so am Puls der Zeit zu sein. Zweitens mag ich gern Produkte und Design. Ich finde es toll, wie viele neue Produkte es gibt und wie sie versuchen, die Welt zu verändern. Ich bin, glaube ich, ganz gut darin, solche Sachen zu finden. Und drittens finde ich es großartig, dass ich dabei viele tolle Leute kennenlerne: in meinem Team, bei Veranstaltungen wie der Fashion Week oder Workshops vom Bundesumweltministerium zu nachhaltiger Logistik.

Greenpeace Energy: Und im Alltag, wie bekommt man das besser hin?

Mimi: Man muss erst mal anfangen, die richtigen Fragen zu stellen, Dinge hinterfragen. Woher kommen die Sachen, die ich kaufe? Wer produziert sie? Brauche ich das wirklich? Warum will ich das kaufen? Aus all diesen Fragen ergeben sich viele kleine Schritte und Entscheidungen, und daraus wird dann irgendwann ein großer Schritt.

Greenpeace Energy: Bedeutet das Nachhaltigkeit für dich?

Mimi: Ja. Ich halte nichts davon zu sagen, jeder muss vegan leben, Elektroroller fahren, darf nur noch Ökomode tragen. Das ist der falsche Ansatz. Jeder muss rausfinden, wo er leicht anfangen kann. Das Schöne ist ja, dass es dann kein Zurück mehr gibt. Ich zum Beispiel, habe mit Mode losgelegt, was zur Folge hatte, dass ich mir auch beim Essen Gedanken gemacht habe. Nachhaltigkeit ist ein sehr schwammiger Begriff. Das ist immer ein Diskurs, und den muss jeder mit sich selbst anfangen und weiterführen.

Greenpeace Energy: Was ärgert dich momentan am meisten?

Mimi: Mich ärgert total, dass nicht mehr gemacht wird für den Klimaschutz. Dass man wirklich überlegen muss, ob man den Kohleabbau stoppt, ist für mich ein großes Rätsel. Die Fakten sind da, die Wissenschaft sagt klar, man muss was tun, und zwar jetzt. Uns läuft die Zeit davon. Experten sagen das seit Jahren, was ignoriert wurde und immer noch wird – das ärgert mich sehr.

Greenpeace Energy: Stell dir vor, du könntest eine wichtige Entscheidung durchsetzen. Welche wäre das?

Mimi: Ich würde mir überlegen, wie mache ich den Leuten die Konsequenzen ihres Handels klar. Ich würde tatsächlich als allererstes Fliegen teurer machen. Und zwar richtig. Das gilt auch für Dinge, die von weit herkommen, wie Avocados zum Beispiel (lacht). Übrigens: im Avocadostore verkaufen wir alles – außer Avocados.

Greenpeace Energy: Glaubst du denn, dass wir das 1,5 Grad Ziel mit der Energiewende hinbekommen?

Mimi: Also können ja. Aber werden? Nein. Man müsste radikaler umstellen. Es gibt 1.000 Punkte, wo man ansetzen kann. Und wenn wir alle den Prozess klargemacht bekämen – von der Politik, von den Medien, vielleicht auch von unseren Familien, dann glaube ich, hätte man eine Chance, es zu schaffen.

Greenpeace Energy: Was würdest du den etablierten Politikern mit auf den Weg geben?

Mimi: Es ist leider so, dass der Klimawandel tatsächlich von einigen Leuten, auch Politikern, immer noch belächelt wird. Man darf einfach nicht mehr länger die wissenschaftlichen Fakten ignorieren und schönreden. Wenn Nachhaltigkeit Geld sparen und Effizienz heißt, dann sind ja alle dafür. Aber es tut halt manchmal auch noch weh, nachhaltig zu sein. Ich versuche, optimistisch zu sein, weil ich sehe, in welchem Tempo Innovationen auf den Tisch kommen und Lösungen parat haben. Und wenn die jetzt noch gehört und umgesetzt werden ...

Greenpeace Energy: Welche Rolle haben wir da?

Mimi: Greenpeace Energy hat für mich einen ähnlichen Impact wie ein To-go-Becher. Das soll jetzt nicht lächerlich klingen: Aber so ein Becher macht Spaß und ist einfach. Ökostrom zu haben fühlt sich gut an, und es ist einfach, ihn zu bekommen. Ich muss nur anrufen. Es geht schnell, hat aber einen unglaublich großen Einfluss. Das ist das, was mich an Greenpeace Energy am meisten beeindruckt.

Greenpeace Energy: Was für ein Schlusswort ... Liebe Mimi, danke dir.