Mitstreiter, Partner & Kunden

„Wir haben es doch nur so gut, weil wir auf Kosten von anderen Menschen, Tieren und der Umwelt leben. Und das fühlt sich für mich energetisch scheiße an.“

Dinah Stark

Aus der Serie: 20 Jahre, 20 Geschichten.

Zur Person

Dinah Stark, Mitgründerin von Tante Olga, einem der ersten Unverpackt-Händler in Deutschland mit zwei Ladengeschäften und Onlinestore, seit 2018 Kunde und Kooperationspartner von Greenpeace Energy. Kann Kopfstand und brennt für eine Welt in Balance, nachhaltigen Lebensstil, Yoga.


Greenpeace Energy: Liebe Dinah, warum machst du das?

Dinah: Ich habe irgendwann entschieden, ich möchte einfach nicht mehr diese Diskrepanz spüren zwischen irgendetwas arbeiten, eigentlich aber etwas anderes bewegen wollen. Früher war ich müde, ich war einfach ausgelaugt davon. Durch Krankheiten konnte ich lernen, mich wieder zu spüren und wirklich zu wissen, was ich will. Dann gab es  einen radikaler Cut, wo ich gesagt habe: Ich kündige und schaue, wo wirklich meine Kraft liegt. Und das ist der nachhaltige Lebensstil. Den für andere nachahmbar oder greifbar zu machen und eine Plattform zu bieten, die offene Arme hat und sagt: „Hey, wir können hier alle was ändern, was uns auch noch guttut.“

Greenpeace Energy: Was verstehst du unter Nachhaltigkeit?

Dinah: Na ja, das ist ein breiter Begriff. Der fängt bei mir selbst an – wie gehe ich mit mir um? Und geht dann auf alle Bereiche über. Wir haben bei uns in den Läden und der Akademie festgestellt: Es gibt einen großen Bedarf an wirklicher Anleitung und gemeinsamem Entwickeln. Es ist nicht nur damit getan, dass alle Infos irgendwo im Netz rumfliegen. Sondern dass man zusammenkommt, das gemeinsam macht und sich gegenseitig inspiriert.

Greenpeace Energy: Gemeinschaft als Motivation?

Dinah: Auf jeden Fall Erlebbarkeit. Und das Gefühl zu bekommen, es ist möglich. Nicht ein Alleinkämpfer zu sein, sondern zu sehen: Wir sind eine Bewegung, und wir verändern was zusammen.

Greenpeace Energy: Aber warum gibt es dann immer noch so eine große Kluft zwischen Wissen und danach handeln?

Dinah: Ich glaube, der Grund ist die Abspaltung, Zerrissenheit: Man ist eigentlich was anderes, als das, was man lebt. Ich spüre ja, wenn irgendwas mir und anderen nicht guttut. Sobald das Gefühl da ist, dass wir alle eins sind, dass wir nicht separiert sind, kann man gar nicht mehr anders als nachhaltig leben. Deshalb ist Yoga für mich auch so wichtig geworden, um diese Einheit zu leben.

Greenpeace Energy: Aber heißt Nachhaltigkeit nicht auch Verzicht?

Dinah: Es ist ein Verzicht, der befreiend ist. Ich war ja früher auch ein typischer Discount-Shopper: Supergünstig, nehme ich! Dann war alles voll – und ist schlecht geworden. Jetzt sieht mein Kühlschrank irgendwie leer aus, aber ich habe immer genug, ich werfe nichts weg, und das ist einfach toll. Je weniger, desto leichter und desto freier.

Greenpeace Energy: Gibt es etwas, das dich momentan am meisten ärgert?

Dinah: Ich kann einfach nicht verstehen, wie Dinge auf den Markt gebracht werden, die wirklich für nichts gut sind. Die einfach nur Schrott sind: Bitte, ich will mich nicht entscheiden, ob ich bio, fair oder konventionell kaufe. Ich will immer faire Bedingungen! Ich will immer Sachen haben, die mir und der Welt guttun. Und der Rest sollte einfach verboten werden.

Greenpeace Energy: Wirklich verbieten?

Dinah: Ja. Radikal. Ohne Ausschleichzeiten. Leute, kommt damit klar, es gibt genug in fair. Also diese Angst, wir hätten nicht genug, woher kommt die? Aus dem Krieg? Wir ersticken ja echt in Zeug, und es wird so viel weggeschmissen. Wir haben es doch nur so gut, weil wir auf Kosten von anderen Menschen, Tieren und der Umwelt leben. Und das fühlt sich für mich energetisch scheiße an.

Greenpeace Energy: Starkes Statement! Dinah, ganz lieben Dank dafür.