Mitstreiter, Partner & Kunden

„Eigentlich sollte jeder Mensch seinen Teil dazu beitragen, unsere Erde so gut es geht zu erhalten.“

Jakob Sinn

Aus der Serie: 20 Jahre, 20 Geschichten.

Zur Person

Jakob Sinn, Schlagzeuger von Revolverheld, langjähriger Kunde von Greenpeace Energy. Nutzt die Möglichkeiten zusammen mit der Band auf gesellschaftskritische Themen aufmerksam zu machen. Im Oktober 2018 spielten sie im Hambacher Forst und unterstützten die Demonstranten für den Kohleausstieg.


Greenpeace Energy: Lieber Jakob, warum machst du das?

Jakob: Wir alle leben auf diesem einzigartigen Planeten, der wahrscheinlich schon immer, aber ganz besonders seit Beginn der Industrialisierung von der Menschheit ausgebeutet wurde. Die Folgen sind nicht zu übersehen, und eigentlich sollte jeder Mensch seinen Teil dazu beitragen, unsere Erde, so gut es geht, zu erhalten, auch wenn das natürlich nicht in jeder Situation hundertprozentig möglich ist.
Durch meinen Beruf habe ich glücklicherweise die Möglichkeit, auf bestimmte Missstände hinzuweisen. Das ist ein großes Privileg und auch eine Verpflichtung, der ich bzw. meine komplette Band nachkommen möchte, damit sich noch mehr Menschen für den Umwelt- und Naturschutz engagieren.

Greenpeace Energy: Was treibt dich an?

Jakob: Ich bin ein positiv denkender Mensch. Und ich bin davon überzeugt, dass die Menschheit als Gemeinschaft Großes vollbringen kann. Aktuell sind wieder viel mehr Menschen bereit, für den Umweltschutz auf die Straße zu gehen. Die Macht, die jeder Einzelne in unserer Demokratie hat, ist nicht zu unterschätzen. Und ich habe die große Hoffnung, dass in Zukunft noch sehr viel mehr Menschen davon Gebrauch machen, um sich für unseren Planeten einzusetzen.

Greenpeace Energy: Wenn du noch mal von vorne anfangen könntest, was würdest du tun? 

Jakob: Es bringt nichts, sich jetzt darüber den Kopf zu zerbrechen, was alles schiefgelaufen ist. Viel wichtiger ist doch, die Situation anzunehmen und Lösungen zu finden. Ich würde mir wünschen, dass gerade aufseiten der Politik endlich ein Umdenken stattfindet und gehandelt wird. Natürlich wird ein konsequenter Klimaschutz seinen Preis haben – aber wenn man es mal aus ökonomischer Sicht betrachtet: Den Klimawandel nicht aufzuhalten, wird sehr, sehr teuer. Wenn andere Argumente nicht helfen – beim Geld spüren es am Ende alle.

Greenpeace Energy: Was ärgert dich momentan am meisten?

Jakob: Ich finde es tatsächlich unglaublich und sehr gefährlich, wie weltpolitisch mit Klimaschutz umgegangen wird. Die Folgen sind ja nicht mehr zu übersehen, und es gibt genügend Studien dazu, was passiert, wenn bestimmte Maßnahmen hinausgezögert werden. Trotzdem werden von der Politik seit Jahren irgendwelche Klimaziele aufgestellt, nur um sie dann doch nicht einzuhalten bzw. hinauszuzögern. Die Rücksichtslosigkeit, mit der dabei gegen die Umwelt vorgegangen wird, ist unglaublich. Das erleben wir momentan überall auf der Welt und ganz aktuell bei uns in Deutschland in der Diskussion um den Hambacher Forst bzw. den Kohleausstieg. Deutschland könnte schnell und ohne Probleme einen großen Batzen der CO2-Emissionen einsparen, aber stattdessen laufen die Kohlekraftwerke weiter, und die Konzerne verkaufen den Strom zum Teil ins Ausland.

Greenpeace Energy: Wenn du Regierungschef wärst, was würdest du als Erstes tun? 

Jakob: Kein anderes Land verbrennt so viel Braunkohle wie Deutschland. Ich würde die dreckigsten Kohlemeiler sofort abschalten, um dann schnellstmöglich komplett auszusteigen. Natürlich dürften dabei auch die Menschen in den vom Kohleausstieg betroffenen Gebieten nicht vergessen werden. Dort müssen durch Strukturhilfen neue Arbeitsbereiche entstehen.

Greenpeace Energy: Was glaubst du, wo werden wir mit dem Klimaschutz in zehn oder 20 Jahren stehen?

Jakob: Die Klimakrise ist ja schon jetzt überall auf der Welt spürbar. Klimaschutz wird also sehr wahrscheinlich immer mehr an Bedeutung gewinnen. Hoffentlich hat bis dahin endlich ein Umdenken aufseiten der Politik stattgefunden. Damit wissenschaftliche Fakten von einigen der einflussreichsten Menschen der Welt nicht mehr einfach ignoriert und als Fake News abgetan werden.

Greenpeace Energy: Wie wichtig ist Greenpeace Energy heute? Für dich persönlich? Für die Energiewende in Deutschland? 

Jakob: Mittlerweile bieten zwar auch die Großkonzerne Ökostrom an, allerdings ist das oft nur eine Art Greenwashing. Weshalb Firmen wie Greenpeace Energy extrem wichtig sind. Da bin ich sicher, dass ich 100 % Ökostrom bekomme und die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden. Selbst wenn die Energiewende in 20 Jahren einen großen Sprung gemacht haben sollte – man wird solche Unternehmen weiter brauchen. Weil Profitmaximierung hier nicht an erster Stelle steht, sie Alternativen aufzeigen und so als Korrektiv fungieren.

Greenpeace Energy: Lieber Jakob, ganz herzlichen Dank für das Gespräch.