„EU Heroes“ ist ein Europäisches Kooperationsprojekt, das helfen will, Hürden für die Entwicklung von lokalen Solargemeinschaften abzubauen. Wie Bürger und Nachbarn in Zukunft selbst produzierten Ökostrom untereinander handeln können – und welche Rolle Energieversorger dabei spielen, dazu gab Greenpeace Energy nun Einblicke beim EU Heroes-Workshop in Berlin.

Im kürzlich beschlossenen „Clean Energy Package“ der EU ist es klar geregelt:  Wer eigenen Solarstrom produziert, soll Überschüsse ohne große Hürden weiterverkaufen dürfen – zum Beispiel an seine Nachbarn. Das Problem, um solche „Bürgerstrom“-Modelle in die (deutsche) Realität zu übertragen: Für die meisten dieser Solarstrom-„Prosumenten“ (also Akteuren, die zugleich Produzenten und Konsumenten sind), ist der energiewirtschaftliche Aufwand zu groß und zu komplex: Man muss nicht nur Verkäufer und Abnehmer zusammenbringen, sondern auch Verträge mit Netzbetreibern schließen und die Stromlieferung in so genannten Bilanzkreisen und Fahrplänen organisieren.

Marcel Keiffenheim erklärte, wie Stromhandel zwischen Bürgern verwirklicht werden kann. Fotos (2): Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG; Foto oben: Alberto Masnovo / Fotolia

„Genau hier könnte eine neue Rolle für Energieversorgungsunternehmen entstehen – als Dienstleister für die Bürgerenergiewende“, sagt Marcel Keiffenhein, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy. Die Energie-Profis könnten nicht nur die gesamte Erfassung und Abrechnung der zwischen Bürgern gehandelten Strommengen übernehmen, sondern auch fehlende Mengen ausgleichen oder nicht verbrauchte Überschüsse vergüten. „Die EVUs könnten also als Austausch-Plattform agieren, auf der dennoch ein echter Peer-to-Peer-Handel zwischen Bürgerstrom-Akteuren stattfindet“, so Keiffenheim auf dem „EU-Heroes“-Workshop, der von der Deutschen Energie-Agentur dena Ende Oktober im Berliner „Effizienzhaus Plus“ veranstaltet wurde.

Der Workshop fand statt im Berliner Effizienzhaus Plus.

EU Heroes will  europaweit Bürgerenergiegenossenschaften, Netzbetreiber und Energieexperten miteinbeziehen, um auch in großem Maßstab umsetzbare Lösungen für den Ausbau von PV-Anlagen in Bürgerhand zu erarbeiten. In diesem Rahmen will die dena etwa tragfähige Geschäftsmodelle für Bürgerenergiegenossenschaften erarbeiten.

Greenpeace Energy sieht im Bürgerstromhandel eine „zweite Liberalisierung des Strommarktes“: „Das Versorgungsmonopol der klassischen Energieversorger in Bezug auf ihre Kunden wird damit aufgebrochen“, so Keiffenheim. Statt wie bisher reine „Versorgungsfälle“ zu sein, würden die Energie-Prosumenten so „zu gleichberechtigten Partnern der Unternehmen.“

Mehr zum Projekt EU Heroes finden Sie auf der Webseite https://www.euheroes.eu/. Greenpeace Energy hat bereits XXX zusammen mit dem Bündnis Bürgerenergie ein Impulspapier zum Thema Bürgerstromhandel veröffentlicht, das hier abrufbar ist: https://www.buendnis-buergerenergie.de/fileadmin/user_upload/2017-12-12_Brainpool-Oppen_Impulspapier-Buergerstrom_Final.pdf