Greenpeace Energy gibt aktuell kein Geld mehr für Inhalte auf Facebook und der Tochterplattform Instagram aus. Damit schließt sich der Ökoenergieanbieter einem internationalen Aufruf an, der die ungefilterte Verbreitung von Hass-Postings, Nachrichten rassistischen Inhalts und gezielten Falschmeldungen auf den beiden Netzwerken anprangert. „Der Forderung, entschieden gegen solche Inhalte vorzugehen, schließt sich Greenpeace Energy in vollem Umfang an“, sagt Andreas Khan, Marketingleiter bei der Energiegenossenschaft. Der Anzeigen-Stopp auf den beiden sozialen Plattformen gilt zunächst für den gesamten Monat Juli.

Die von US-Bürgerrechtsorganisationen vor wenigen Wochen ins Leben gerufene Initiative #StopHateForProfit fordert der Facebook-Konzern auf, deutlich engagierter gegen Hassreden und Fake-News auf den eigenen Kanälen vorzugehen, die oft auch die Umwelt- und Klimabewegung zum Ziel haben. So kann die Leugnung der Erderhitzung auf Facebook und Instagram verbreitet werden, ohne dass dies von den Plattform-Betreibern als Falschinformation kenntlich gemacht wird. Facebook hat sich bisher geweigert, Hassbotschaften, problematische Beiträge von Politikern und gezielte Fehlinformationen zu markieren und beruft sich dabei auf die Meinungsfreiheit.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace Deutschland e.V. hat deshalb ebenfalls für den gesamten Juli ihre bezahlten Inhalte für Facebook und Instagram gestoppt. Auch zahlreiche andere Unternehmen und Konzerne in Deutschland und anderen Ländern haben ihre Zahlungen an Facebook eingestellt, um Druck auf den Konzern auszuüben, entschiedener gegen Hass- und Fake-Nachrichten vorzugehen. Der Facebook-Konzern erwirtschaftet etwa 99 Prozent seiner Gewinne mit dem Anzeigengeschäft auf der Facebook-Seite und bei der Tochter Instagram.

Andreas Khan, Marketingleiter bei Greenpeace Energy. Foto: Christine Lutz / Greenpeace Energy eG

Auch Greenpeace Energy hat in der Vergangenheit bezahlte Anzeigen auf Facebook und Instagram genutzt, um möglichst viele Menschen über seine Themen zu informieren. „Ein Grund dafür ist, dass der Algorithmus, der die Sichtbarkeit von Inhalten steuert, dahingehend verändert wurde, dass wir mit unseren Inhalten und Postings auf diesen Kanälen ‚organisch‘ – also ohne Verstärkung mit Geld – selbst unter unseren eigenen Followern nur sehr wenige Menschen erreichen würden“, erklärt Marketingleiter Andres Khan. Soziale Netzwerke werden aber für immer mehr Menschen zu einer wichtigen Informationsquelle neben klassischen Medien wie Zeitung und Rundfunk. „Facebook bleibt für uns wichtig, um über unsere Arbeit zu informieren und möglichst viele Menschen für eine ökologische Energiewende zu begeistern“, so Andreas Khan.

Greenpeace Energy wird deshalb Ende Juli die Situation auf den Plattformen genau analysieren, ob die Facebook-Konzernführung Hass- und Fake-Meldungen effektiv angeht. Sollte das nicht der Fall sein, dürfte eine Fortführung des Boykotts wahrscheinlich sein. Bislang hat Facebook noch nicht im ausreichenden Maße auf die Forderungen von #StopHateForProfit reagiert. Der Konzern kündigte lediglich an, dass fortan nur Hassbotschaften in Werbeanzeigen verboten und fragwürdige Aussagen von Politiker*innen gekennzeichnet werden sollen.