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Die Strompreise steigen – auch bei Greenpeace Energy

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Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und kaufen unseren Grünstrom mit längerfristigen Verträgen direkt bei unseren Lieferkraftwerken ein. Der größte Teil der Energiekosten besteht jedoch aus Steuern, Umlagen und Entgelten. Viele dieser gesetzlichen Umlagen sowie die Netzentgelte werden zum 1. Januar 2020 erhöht. Auch die Kosten für CO2-Emissionszertifikate treiben die Preise – und damit indirekt unsere Strombeschaffungspreise. Diese Faktoren können wir nicht völlig kompensieren und müssen deshalb zum 1. Januar 2020 unseren Arbeitspreis für Strom um 1,3 Cent pro Kilowattstunde (kWh) anheben. Mehr über die Gründe erfahren Sie hier.


1. DER PREIS FÜR CO2-EMISSIONSZERTIFIKATE STEIGT DEUTLICH – UND DAMIT AUCH UNSER STROMBESCHAFFUNGSPREIS
Anders als im Vorjahr sind zwar die Rohstoffpreise für Kohle und Erdgas in diesem Jahr nicht gestiegen, für Kohle sind sie sogar leicht gesunken. Dafür aber sind die Emissionsrechte für den klimaschädlichen CO2-Aussstoß durch fossile Kraftwerke teurer geworden: Lagen sie im europäischen Emissionshandel im Jahresdurchschnitt 2018 noch bei circa 15 Euro je Tonne, waren es im Jahr 2019 bereits rund 25 Euro durchschnittlich. Das wirkt sich wiederum preistreibend auf die Strombörse EEX in Leipzig aus, dem zentralen Leitmarkt für Strom in Deutschland. Zwar kaufen wir keinen Strom an der Börse, doch auch die Preise für erneuerbaren Strom orientieren sich an diesem Leitmarkt, Ökostrom wird entsprechend teurer – ein für uns wichtiges Segment sogar um 16 Prozent. Trotz unserer vorausschauenden Einkaufspolitik steigen unsere Beschaffungspreise insgesamt deshalb von 4,874 Cent/kWh im Jahr 2019 auf 5,2 Cent im Jahr 2020 – also um mehr als 0,3 Cent.

Warum werden CO2-Emissionsrechte teurer?
Der Anstieg ist an sich sinnvoll und folgerichtig, denn die Verschmutzungsrechte müssen kontinuierlich und auf Sicht deutlich höher bepreist werden, damit der Emissionshandel eine Lenkungswirkung zu mehr Klimaschutz entfalten kann. Schon im letzten Jahr hatte es sich ausgewirkt, dass es in Brüssel (endlich!) gelungen war, den europäischen Emissionsmarkt (ETS) zumindest partiell zu reformieren. Statt zuvor fünf Euro mussten Kohle- und Gaskraftwerke im Durchschnitt rund 15 Euro dafür bezahlen, eine Tonne Treibhausgas in die Atmosphäre zu blasen. Inzwischen liegt dieser Preis bei durchschnittlich 25 Euro, Tendenz steigend.

2. AUCH DIE EEG-UMLAGE UND DIE NETZENTGELTE STEIGEN AN
EEG-UMLAGE:
Obwohl die Förderkosten für neue Windkraft- und Solaranlagen zügig sinken, wird die EEG-Umlage im Jahr 2020 angehoben. Das liegt vor allem daran, dass in diesem Jahr mehrere große Windparks im Meer in Betrieb gegangen sind, für deren Strom relativ hohe Aufschläge bezahlt werden. Von 6,405 Cent/kWh im Jahr 2019 steigt die EEG-Umlage 2020 deshalb auf 6,756 Cent/kWh – das sind rund 0,35 Cent mehr.

NETZENTGELTE:
Ein dritter größerer Kostentreiber sind die Stromnetze. Die Netzbetreiber verlangen auch 2020 wieder höhere Gebühren für den Transport unseres Stroms. Der Aufschlag fällt von Region zu Region unterschiedlich hoch aus. Im Durchschnitt steigen die sogenannten Netznutzungsentgelte von 7,860 Cent/kWh (2019) auf 8,274 Cent/kWh (2020). Eine Steigerung um gut 0,4 Cent.

Hinzu kommen weitere, kleinere erhöhte Preiskomponenten. Auf alles zusammen wird die Umsatzsteuer erhoben, deren Anteil an unserem Strompreis damit von 4,55 auf rund 4,76 Cent/kWh steigt, also um rund 0,2 Cent.

All diese Faktoren führen in der Summe dazu, dass wir unseren Strom-Arbeitspreis für 2020 um 1,3 Cent/kWh anheben müssen – im Tarif Ökostrom aktiv auf 29,8 Cent pro Kilowattstunde, im Tarif Solarstrom plus auf 31 Cent pro Kilowattstunde. Der Grundpreis für Strom bleibt hingegen konstant.

Die Qualität unserer Produkte bleibt natürlich unverändert hoch: Nach wie vor liefern wir reinen Ökostrom. Der Anteil des Windstroms in unserem Strommix liegt 2019 bei über 40 Prozent – ein branchenweit einmalig hoher Wert.

proWINDGAS:
Die Preise für unser Gasprodukt proWindgas halten wir für 2020 stabil – sowohl der Arbeitspreis als auch der Grundpreis bleiben gleich.

3. FAZIT
Greenpeace Energy muss seine Preise für die Tarife Ökostrom aktiv und Solarstrom plus im kommenden Jahr erhöhen, vor allem weil die gestiegenen Preise für CO2-Zertifikate unsere Strombeschaffungskosten erhöht haben und zusätzlich staatliche Aufschläge wie die EEG-Umlage, die Netzentgelte und auch die gestiegene Umsatzsteuer preistreibend wirkten.

Wir bleiben dabei sauber und transparent: Die einzelnen Preisbestandteile werden im Schreiben an unsere fast 150.000 Stromkundinnen und -kunden sowie auf unserer Internetseite aufgeführt.

Wir danken Ihnen, dass Sie mit dem Bezug unserer energiewendedienlichen Produkte dazu beitragen, Deutschland auf dem Weg zu 100 Prozent erneuerbaren Energien voranzubringen. Sie stärken uns in unserem Engagement für wirksamen Klimaschutz – ein Thema, das uns seit unserer Gründung im Oktober 1999 sehr am Herzen liegt!