Für die Büchergilde Gutenberg, eine Genossenschaft, ist die Liebe zur Literatur seit fast 100 Jahren ebenso wesentlich wie ihr Engagement für eine solidarische Gesellschaft und Nachhaltigkeit.

Das Team im Büchergilde-Laden mit Galerie in Frankfurt/Main, dem Sitz der Genossenschaft

Der beliebteste Titel der Büchergilde ist derzeit … kein Buch, sondern ein Puzzle mit literarischen Figuren von Shakespeare, erzählt Ingmar Weber. Anfang April hatten er und das Team der Büchergilde Gutenberg trotz Corona-Krise alle Hände voll zu tun. Die genossenschaftliche Buchgemeinschaft verfügt über ein Netz von 95 Partnerbuchhandlungen. Und die lieferten auch noch aus, als die Läden fürs Publikum geschlossen waren. Der Kundenservice am Sitz der Genossenschaft in Frankfurt/Main war ohnehin jederzeit erreichbar und gut ausgelastet, wie Ingmar Weber als der Zuständige fürs Digitale weiß. „Zu normalen Zeiten kauft die eine Hälfte unserer Mitglieder ihr Quartalsbuch bei unseren Partnerläden im ganzen Land, die andere im Webshop oder beim Kundenservice – während des Lockdowns lief dort aber viel mehr ein“, schildert Weber die zeitweise umverteilte Arbeitslast.

Bei der Gilde gibt’s Bücher auch im Abo

Quartalsbuch? Ja. Denn die Büchergilde hat das Prinzip der Buchgemeinschaften über die Zeit gerettet. Jedes der rund 60.000 Mitglieder verpflichtet sich, alle drei Monate wenigstens ein
Buch zu erwerben – oder etwas aus den Bereichen Musik, Film oder Geschenkartikel, wie eben das literarische Puzzle. Wegen der Abnahmegarantie durch die Mitglieder darf die Gilde Bücher preiswerter abgeben, als es die Buchpreisbindung in Deutschland ansonsten erlaubt – als Billig-Verlag sieht sich die Büchergilde deshalb aber keineswegs. „Wer ein Interesse an schön gemachten Büchern hat, sie in der Hand wiegen und fühlen will, ist bei uns richtig“, umreißt Ingmar Weber den verlegerischen Anspruch.

Für ihn wohnt der Büchergilde seit ihrer Gründung 1924 ein aufklärerischer Geist inne, das Streben nach einer solidarischen Gesellschaft. In ihren bald 100 Jahren hat die Büchergilde viel überstanden. 1933 musste die Verlagsleitung ins Exil gehen, nach der Rückkehr schlüpfte die Buchgemeinschaft unter das Dach der Gewerkschaften. Seit Ende der 1990er-Jahre steht die Gilde wieder auf eigenen Beinen und seit fünf Jahren gehört sie rund 1.300 Genossenschaftler*innen. „Das ist die adäquate Lösung für uns – wir leben von und mit den Mitgliedern und Genossenschaftlern. Und je mehr diese mitentscheiden können, um so sinnvoller ist es“, erklärt Weber.

Dieser besondere Geist sorgt auch dafür, dass die Büchergilde seit jeher auf Nachhaltigkeit Wert legt. Gedruckt und gebunden wird nicht, wie sonst oft, in China, sondern in Europa. Gern werden zum Beispiel Restposten von Leinen für die Einbände genutzt. Auch die Transportwege hält die Gilde möglichst kurz.

Die Liebe zur Literatur zeigt sich auch im Detail

Anfang 2020 fügte sie in ihr eigenes Nachhaltigkeits-Puzzle ein weiteres Teil ein: Ökoenergie von Greenpeace Energy. „Den Wechsel haben wir sehr bewusst vollzogen“, betont Ingmar Weber. Greenpeace Energy investiere zum Beispiel nachhaltig in die Energiewende, begründet er die Wahl. Und: Ihr neuer Stromanbieter ist ebenfalls eine Genossenschaft. „Es hat Sinn, wenn wir uns gegenseitig stärken“, ist Weber überzeugt. Mit diesem Wechsel hat sich das Thema für die Büchergilde aber nicht erledigt. „Wir sagen nicht, wir beziehen jetzt Ökostrom und unsere Schuldigkeit ist getan“, betont Weber. Für die Gilde mit ihrem aufklärerischen Anspruch ist ein Nachhaltigkeits-Puzzle eben nie ganz vollständig.

INFO: Kundinnen und Kunden sowie Mitglieder von Greenpeace Energy erhalten ein besonderes Willkommens-Angebot: Zu Ihrem ersten Kauf als Mitglieder der Büchergilde erhalten Sie ein Büchergilde-Buch Ihrer Wahl im Wert von bis zu 30 Euro als Geschenk. Alle Infos hierzu finden Sie auf www.buechergilde.de/zusammen-lesen.