Überhöhte Preisanpassungen widersprechen unserem Selbstverständnis

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Greenpeace Energy antwortet mit einer Stellungnahme auf den Artikel „Der Bluff mit den steigenden Strompreisen“ in der Wirtschaftswoche vom 18. April 2019

„Der Kernvorwurf des Autors besteht darin, dass Stromanbieter, darunter als Beispiel Greenpeace Energy, ihre Preise stärker erhöht haben, als dies durch die aktuelle Kostenentwicklung gerechtfertigt sei. Eine solche, hier indirekt unterstellte überhöhte Preisanpassung widerspricht nicht nur dem Selbstverständnis von Greenpeace Energy als Energiegenossenschaft – sie widerspricht auch den Fakten:

Tatsächlich sind unsere Beschaffungskosten im Stromeinkauf um rund 28 Prozent gestiegen – was im Rahmen der vom Autor zitierten BDEW-Zahlen liegt, wenn man die Jahresmittelwerte der Jahre 2017 und 2018 vergleicht. Zugleich haben sich im selben Zeitraum auch die Netzkosten für Greenpeace Energy um 3,2 Prozent erhöht. Bei einem Anteil der Strombeschaffungskosten von rund 18 Prozent an unserem Endkundenpreis und einem Anteil der Netzkosten von 30 Prozent ergibt sich daraus die von uns im vergangenen Herbst kommunizierte Preiserhöhung, die bezogen auf den Arbeitspreis etwas mehr als fünf Prozent ausmacht, jedoch individuell – je nach Verbrauch – unterschiedlich ausfällt, da der Grundpreis nicht erhöht wurde: So schlägt die jetzige Erhöhung beispielsweise für einen Durchschnittskunden im Tarif „Ökostrom aktiv“ mit einem Verbrauch von 2.500 Kilowattstunden unterm Strich mit etwa 4,5 Prozent zu Buche.

Die genannte Anpassung der Arbeitspreise bildet unsere tatsächlich entstandenen Mehrkosten ab und ist aus unserer Sicht daher angemessen. Zugleich grenzen wir uns klar von Preiserhöhungen in der Branche ab, die der Autor als zu hoch und als „fragwürdig“ begründet einstuft. Denn Greenpeace Energy unterscheidet sich nicht nur in der Art seiner – strengen Kriterien unterworfenen – Ökostrom-Beschaffung von vielen anderen Branchenteilnehmern, sondern hebt sich in seiner Preiskommunikation auch durch eine größtmögliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit ab.“

Sönke Tangermann, Vorstand Greenpeace Energy eG