Zahl der symbolischen Klage-Unterstützer wächst

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Die Klage von Greenpeace Energy gegen die exorbitanten Atombeihilfen findet starken öffentlichen Zuspruch: Mehr als 150 Verbände, Institutionen und Unternehmen haben bereits offiziell bekundet, das juristische Vorgehen gegen die Hinkley-Point-Beihilfen symbolisch zu unterstützen.

Unter den Unterstützern finden sich beispielsweise große deutsche Branchenverbände wie der Bundesverband Erneuerbare Energien e.V. (BEE) und der Bundesverband Windenergie (BWE). Der BEE hat anlässlich unseres Unterstützer-Aufrufs einen offiziellen Protest-Brief direkt an die EU-Kommission in Brüssel geschickt. Darin schreibt BEE-Präsident Fritz Brickwedde unter anderem: Hinkley Point C „wird eine enormen negative Wirkung auf den künftigen EU-Energiemarkt haben – und auf den Wettbewerb der Energieträger in den Mitgliedsstaaten.“

Und BWE-Präsident Hermann Albers betont in einer Pressemitteilung seines Verbandes: „Die Subventionierung veralteter Atomtechnologien ist auch angesichts der technologischen Marktführerschaft europäischer Windanlagenhersteller im Weltmarkt ein völlig falsches Signal. Wir brauchen Fairness im Markt.“ Auch das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) schließt sich als symbolischer Unterstützer und als wichtige Kraft für eine dezentrale Energiewende in Deutschland an.

Dass unrentable, nukleare Großprojekte wie Hinkley Point C der Vergangenheit angehören und zukünftig saubere, kleinere Anlagen in Bürgernähe eine wichtige Rolle spielen müssen, verdeutlicht ein Kommentar von Horst Leithoff, Geschäftsführer des Bürgerwindparks Süderlügum: „Wir erkennen, dass es politisch gewollt ist, dass erneuerbare Energie zu Marktbedingungen ihren Strom produzieren soll. Dies soll offenbar nicht für neue Atomkraftwerke gelten. Wir sehen unser Interesse durch die außergewöhnlich hohe Förderung eines neuen Atomkraftwerkes erheblich gefährdet. Wieder soll ein Atomkraftwerk gebaut werden, das nicht alle Stromgestehungskosten im Strompreis abbilden wird.“ Und Norbert Möllgaard vom Windpark Dörpum ergänzt: Für mich ist vorhersehbar, dass die Erneuerbaren Energien immer billiger werden und somit der Bau eines neuen AKWs nicht nur aus Umweltgesichtspunkten sondern auch aus Wirtschaftlichen Gesichtspunkten auf Dauer der falsche Weg ist.“

Ebenso bekundet die ARGE Netz –als Interessenvertretung der Erzeuger von erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein – ihre Solidarität mit unserer Klage. Wissenschaftler der technischen Universität reihen sich neben Thinktanks aus dem Energiebereich und Umweltverbänden wie dem Umweltforum Münster e.V. oder der Ortsgruppen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein. Erfreulich auch die Unterstützung diverser kleinerer Unternehmen aus verschiedensten Geschäftsbereichen abseits der erneuerbaren Energien. Vom Architektur- oder Medienbüro, über Arztpraxen und Kanzleien zu diversen Einzelhandelsbetrieben. Das zeigt: Der Widerstand gegen die Beihilfen für Hinkley Point C ist längst mehr als das Anliegen vereinzelter Vertreter der Branche.