Energielabel sollen die Kaufentscheidung erleichtern. Doch die bisher gültigen Energieeffizienzklassen wie A+++ sind eher verwirrend als nützlich. Eine Reform soll nun Abhilfe schaffen. Sie tritt am 1. März 2021 in Kraft. Was Verbraucher*innen jetzt wissen müssen.

Kurzgefasst:
• Ab 01. März 2021 gibt es für einige Elektrogräte neue EU-Energieeffizienzlabel
• Die Skala ändert sich von A+++ bis D auf A bis G
• Änderung der Angaben der Piktogramme
• Ein QR-Code führt zu weiteren Produktdetails

Was ist das Energielabel?

Das EU-Energielabel gibt Auskunft darüber, wie energieeffizient ein Gerät ist. Es soll den Verbraucher*innen die Kaufentscheidung erleichtern. Die Skala des Energielabels ist nach den Ampelfarben sortiert und mit den Buchstaben A (Bestklasse) bis D (schlechteste Klasse) gekennzeichnet. Je weiter oben ein Gerät eingestuft wird, desto sparsamer ist es. Eingeführt wurde die Energieverbrauchskennzeichnung erstmals 1994. Seit 2011 wurde die Skala mit den Klassen A+ bis A+++ erweitert.

Warum ändern sich die Energieeffizienzklassen?

Mit den Jahren wurden die Geräte auf dem Markt immer effizienter. Im Jahr 2017 befanden sich bereits 90 Prozent der verkauften Kühlschränke in den Energieeffizienzklassen A+ bis A+++. Das Label wurde somit immer unübersichtlicher. Deshalb hat die EU-Kommission 2019 beschlossen, die Anforderungen der Energieklassen zu erhöhen und die Plusklassen wieder zu entfernen. Das ab März 2021 eingeführte Label besitzt nun wieder die Klassen A bis G. Außerdem gelten neue Ökodesign-Vorschriften. So werden die Recyclingfähigkeit, Reparierbarkeit und Verfügbarkeit von Ersatzteilen oder der Zugang zu Wartungsinformation stärker berücksichtigt.

Nach der neuen Bewertung erfüllt zurzeit kein Gerät auf dem Markt die Ansprüche der Energieklasse A. Die aktuell effizientesten Geräte landen in der Klasse B. Durch die Neugruppierung ist somit wieder „Luft nach oben“ entstanden. Die Hersteller haben dadurch wieder mehr Ansporn, energiesparendere Produkte zu entwickeln.

Was bedeutet das für die Verbraucher*innen?

Der direkte Vergleich zwischen neuem und altem Label ist nicht möglich, da die Anforderungen an die verschiedenen Produktgruppen individuell angepasst wurden. Eine pauschale Herabstufung über alle Produktgruppen hinweg von z. B. Energieklasse A+++ zu B ist deshalb nicht möglich. Neben den Anforderungen wurden auch die Messverfahren des reformierten Energielabels erneuert, sodass sie die alltägliche Nutzung besser simulieren.

Sollten Sie derzeit überlegen, sich neue Elektrogeräte zuzulegen, empfehlen wir Ihnen als Entscheidungshilfe die herstellerunabhängige EcoTopTen-Gerätedatenbank unseres Kooperationspartners Öko-Institut.

Was ändert sich außer der Energieeffizienzklassen?

Neben der optischen Überarbeitung der Piktogramme haben sich teilweise auch deren Angaben verändert. Zum Beispiel basiert der Energieverbrauch bei Waschmaschinen auf 100 Waschzyklen. Das kann man an der Zahl 100 neben der Verbrauchsangabe erkennen. Zusätzlich gibt es noch einen QR-Code, der zu weiteren Produktdetails auf der europäischen Produktdatenbank EPREL (European Registry for Energy Labelling) führt.

Für welche Geräte gilt das neue Energielabel?

Ab dem 01. März erhalten folgende Produktgruppen das neue Energielabel:

  • Kühlgeräte und Gefriergeräte
  • Geschirrspüler
  • Waschmaschinen und Waschtrockner
  • Monitore und Fernseher

Die Händler haben 14 Werktage Zeit, die Label auszutauschen, sodass ab 18. März diese Geräte nur noch das neue Label tragen.

Bei Lichtquellen erfolgt die Umstellung auf das neue EU-Energielabel im September 2021 und wird erst 2023 abgeschlossen sein. Die Umstellung der restlichen Elektrogeräte erfolgt 2023 bis 2030. Dann ist das alte Label komplett verschwunden.

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