Eine große Mehrheit von Bundesbürgern, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, fühlt sich von diesen kaum oder gar nicht negativ beeinträchtigt. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar Ende August im Auftrag von Greenpeace Energy durchführte.

Danach gab jeder Dritte der insgesamt 1.010 Befragten an, in der Nähe einer Windkraftanlage oder eines Windparks zu leben. 86 Prozent dieser Betroffenen fühlen sich laut Umfrage „kaum“ oder „gar nicht“ durch die Anlagen gestört. „Die Windenergie vor Ort akzeptieren die Menschen deutlich stärker, als die öffentliche Debatte vortäuscht“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy. Die Energiegenossenschaft fordert von der Bundesregierung, dies mit zu berücksichtigen, wenn sie heute Branchenvertreter und Ausbau-Gegner zum Windkraft-Gipfel nach Berlin lädt.

„Gerade dort, wo die Menschen mit überdurchschnittlich vielen Windkraftanlagen leben, ist die Zustimmung besonders hoch“, sagt Sönke Tangermann. So geben in den nordwestdeutschen Bundesländern mit dem dort sehr hohen Ausbaugrad der Windenergie sogar 98 Prozent der Befragten an, dass Anlagen in ihrer Nähe sie entweder „kaum“ oder „gar nicht“ stören. Die Auswertung zeigt zudem, dass auch bei Bürgern aus eher ländlichen Regionen eine positive Einstellung zur Windkraft vorherrscht. „Die Behauptung von Windkraft-Gegnern, die große Mehrheit der Landbevölkerung litte unter dem Ausbau der Erneuerbaren, widerlegen die Ergebnisse klar“, sagt Sönke Tangermann.

Die Umfrageergebnisse kommentiert Sönke Tangermann, Vorstand Greenpeace Energy. Foto: Christine Lutz / Greenpeace Energy eG; Foto oben: Sabine Vielmo / Greenpeace Energy eG

Unter allen bundesweit Befragten sehen 80 Prozent den Ausbau der Windenergie in Deutschland allgemein als „eher positiv“ oder sogar „sehr positiv“ an. Diese Einstellung zieht sich quer durch alle politischen Lager: Selbst eine deutliche Mehrheit von Anhängern windkraftkritischer Parteien wie FDP oder AfD gaben an, den Ausbau dieser Energieerzeugungsart zu befürworten. „Der Großteil der Bevölkerung hat erkannt: Energiewende und Klimaschutz sind ohne konsequenten Ausbau der Windkraft schlichtweg nicht möglich“, so Tangermann.

Die Bundesbürger haben zudem offenbar klare Vorstellungen, wie die Akzeptanz der Windenergie an Land noch weiter gesteigert werden könnte: 79 Prozent aller Befragten wünschen sich, als Anwohner in die Planung von Windenergieprojekten einbezogen zu werden. Ebenso viele sprechen sich für die Möglichkeit aus, günstigen Strom aus den Anlagen in ihrer Nähe zu beziehen. 64 Prozent sehen eine Beteiligung am wirtschaftlichen Gewinn der der Windparks als akzeptanzfördernd an.

Info Die komplette Auswertung der Umfrage zur Windkraft-Akzepzanz finden Sie  hier zum Download.