Der von der Kohlekommission vorgelegte Abschlussbericht ist sicherlich nicht in allen Teilen zufriedenstellend, aber ohne Frage: Es ist ein entscheidender Schritt, wenn der nun ausgehandelte Kompromiss jetzt endlich zum Einstieg in den Kohleausstieg führt. Ein Teilerfolg, der ohne die Naturschutzverbände und das Engagement der Klimabewegung nicht möglich gewesen wäre. Klar ist aber auch: Der von der Kohlekommission aufgezeigte Pfad reicht längst nicht aus, um den Klimazielen von Paris gerecht zu werden.

Was wir von Greenpeace Energy gut finden:

  • Wir haben einen Fahrplan, der uns zum Ausstieg aus der Kohleverstromung führt
  • Bis 2022 gehen ein Drittel der Kohlekraftwerke (12,9 GW) vom Netz
  • Es wird auch in Zukunft keine neuen Kohlekraftwerke geben
  • Der Hambacher Forst kann gerettet werden
  • Ein Nachschärfen der aktuellen Zielvorgaben ist möglich

Was wir kritisieren:

  • Das Ausstiegstempo nach 2022 ist deutlich zu gering
  • 2038 als Enddatum ist nicht mit dem 1,5 Grad-Ziel kompatibel und daher nicht ambitioniert genug
  • Es gibt keine Zusicherung für den Erhalt aller vom Tagebau bedrohten Dörfer

Die ReinRevierWende – unser Vorschlag für einen schnellen Kohleausstieg

Der massive und schnelle Ausbau der erneuerbaren Energien bleibt für uns die entscheidende Voraussetzung, damit die Energiewende gelingen kann. Mit unserem Vorschlag zur ReinRevierWende haben wir bereits im letzten Jahr gezeigt, wie Braunkohlekraftwerke schnell stillgelegt und die Tagebau-Flächen wirtschaftlich vernünftig im großen Stil für erneuerbare Energien genutzt werden können.

Vision: Saubere Energie aus dem Rheinischen Braunkohlerevier

Mit dem von der Kohlekommission vorgelegten Abschaltplan werden in naher Zukunft Kapazitäten im Stromnetz frei, die wir für sauberen Ökostrom nutzen müssen! Wir wollen den raschen Ausstiegspfad bis 2022 nutzen, um zusammen mit den Unterstützer*innen der ReinRevierWende den Ausbau der Erneuerbaren in großem Stil anzugehen. Zahlreiche persönliche Gespräche, die wir bereits geführt haben – mit Stadtverwaltungen, Bürgerenergie-Vertretern, Gewerkschaftern und Banken – bestätigen: Das Interesse, ein solch bürgernahes Konzept zu verwirklichen und sich aktiv dabei zu engagieren, ist vorhanden. Und das ist nicht nur im Rheinischen Revier der Fall, sondern bundesweit.

Die Zahl der möglichen Mitstreiter wächst, es gibt bereits Anfragen aus den Kommunen für konkrete Ökostrom-Projekte im Umfeld der Tagebauflächen. Erneuerbaren-Unternehmen, Verbände und sogar direkte Mitbewerber von Greenpeace Energy loben den Plan. Uns ist klar: Ein Projekt wie die ReinRevierWende steht und fällt mit dem Willen der Verantwortlichen in Politik, beim RWE-Konzern, aber auch mit dem Engagement von Kommunen – und natürlich bei den Bürgerinnen und Bürgern der Region.

Doch mit unserem Konzept und den zugrunde liegenden Studien und Berechnungen haben wir auch gezeigt: Wirtschaftlich und ökologisch ist ein zügiger Braunkohleausstieg vor 2038 im Rheinischen Revier sinnvoll und möglich – und er ist wirtschaftlich tragfähig. Uns ist aber auch klar: Alle müssen mitziehen, sonst gelingt es nicht! Wir werden deshalb in den kommenden Monaten weiter ernsthaft und engagiert daran arbeiten, Verbündete zu gewinnen und erste Schritte hin zu einer Energiewende in der Region zu gestalten.

Text: Ariane August

Info Für alle, die uns dabei unterstützen wollen: Mit Ihrem Logo und Ihrer Unterschrift zeigen Sie hier, dass Sie die ReinRevierWende und den zügigen Ökostrom-Ausbau für wichtig und sinnvoll halten! Mit unserer Online-Petition möchten wir gemeinsam politischen Druck auf die Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier aufbauen, damit ein möglichst schneller Kohleausstieg gelingen kann.


Im Video: Wie man den Kohleausstieg noch voranbringen kann