Seit 1453 siedelt Britta Kox‘ Familie an diesem Fleck im Rheinischen Revier: auf einer 20 Meter dicken Schicht aus fruchtbarem Löß – für Experten einer der besten Ackerböden Europas. Wer mit einem Ort so fest verwurzelt ist wie diese resolute Frau, der lässt sich auch nicht vom RWE-Konzern vertreiben. Der Energieriese will das kleine Dorf Berverath, nicht weit von Mönchengladbach, für den Tagebau Garzweiler II ausradieren. Seit mehr als 40 Jahren leben die Bewohner mit der Angst vor dem drohenden Abriss. „Schon mein Vater hat sich gegen das Abbaggern gewehrt“, erzählt Britta Kox, „und ich werde jetzt nicht diejenige sein, die unseren Familiensitz für die Braunkohle opfert.“

Britta Kox vor dem Tagebau Garzweiler II. Alle Fotos: © Andreas Fechner / Greenpeace Energy

Im Gegenteil, sie kämpft. Als Aktivistin der Initiative „Alle Dörfer bleiben“, die sämtliche bundesweit von den Tagebauen bedrohten Dörfer bewahren will. Als Organisatorin und Unterstützerin von Protestaktionen, als Rednerin bei großen und kleineren Demos. Und, indem sie Zeichen für die Zukunftsetzt: „Gerade erst in diesem März habe ich in Kooperation mit Greenpeace Energy eine Solaranlage auf unser Dach setzen lassen“, erzählt Britta Kox.

Das Geld dafür stammt aus dem Fördertopf, mit dem Solarstrom plus-Kundinnen und Kunden den Ausbau der Erneuerbaren in den Braunkohleregionen vorantreiben. „Ich kann damit mehr Strom erzeugen, als wir als fünfköpfige Familie im Jahr verbrauchen. Für jede Kilowattstunde, die ich damit produziere, muss keine Braunkohle verbrannt werden.“ Noch ist der Kampf nicht entschieden, noch rücken die Bagger näher an das Dorf heran. Sechs bis sieben der 40 Häuser wurden inzwischen von den zermürbten Besitzer*innen aufgegegen. Die anderen aber, da ist Britta Kox optimistisch, werden trotz aller RWE-Angebote und -Schikanen nicht weichen. „Auch meine Kinder werden noch in Berverath leben.“ Und, soviel ist klar, sie bilden bereits die nächste Generation des Widerstands. Ihr ältester Sohn jedenfalls mischt schon mit voller Energie mit.

Tagebau Garzweiler II: früher bester Ackerboden, heute Braunkohle-Wüste

Mehr Informationen: alle-doerfer-bleiben.de

Es ist bundesweit der einzige Stromtarif mit direkter – und positiver! – Wirkung auf die deutschen Braunkohlereviere: Für jede Kilowattstunde Strom, die Solarstrom plus-Kundinnen und -Kunden verbrauchen, zahlen sie einen Euro-Cent in einen Fördertopf, aus dem der Ausbau von Solaranlagen im Rheinischen Revier, in der Lausitz und im mitteldeutschen Revier finanziert wird. Im Gegenzug beziehen die inzwischen fast 12.000 Solarstrom plus-Haushalte in ihrem besonderen Strommix zehn Prozent Sonnenenergie von PV-Anlagen direkt in den Braunkohleregionen. So setzen sie Zeichen für den Kohleausstieg und einen klimafreundlichen Umbau dieser Energieregionen. Dass der Erneuerbaren-Ausbau speziell bei Umsetzung mit einem Bürgerenergie- Ansatz viele Arbeitsplätze und hohe Wertschöpfung in die Regionen bringt, hat Greenpeace Energy mit Studien belegt. Weil die Politik diese großen Potenziale für einen  zukunftsfähigen Strukturwandel nicht nutzt, machen wir weiter Druck! Und wir bauen weitere Solaranlagen.
Mehr Infos hier: solarstromplus.de und reinrevierwende.de