In mehreren Social-Media-Postings in Deutschland und Frankreich wird uns fälschlicherweise vorgeworfen, wir würden mit unseren Gasprodukten Greenwashing betreiben. Insbesondere wird uns zu Unrecht unterstellt, wir hätten den Erdgasanteil in unserem Gasmix vor unseren Kund*innen verborgen. Hier reagieren wir auf die falschen Vorwürfe.

Richtig ist: Greenpeace Energy bietet seit Jahresbeginn 2021 Gasprodukte an, deren Erdgasanteil deutlich geringer ist und bei denen wir zusätzlich zum grünen Wasserstoff einen Anteil von 10 % an hochwertigem Biogas in unseren Gasmix integrieren (ohne Substrate aus Massentierhaltung, z.B. Gülle, ohne Monokulturen oder Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion). Diesen Biogas-Anteil wollen wir in den kommenden Jahren kontinuierlich ausbauen. Das Ziel ist, bis zum Jahr 2027 all unsere Kund*innen mit einem Gasprodukte versorgen zu können, das komplett frei von fossilem Erdgas ist.

Windgas für den Gasmix von Greenpeace Energy wird in Elektrolyseuren wie diesem in Prenzlau produziert. Foto: Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG

Seit Bestehen unseres proWindgas-Tarifs im Jahr 2011 bis heute haben wir stets offen und transparent kommuniziert, dass ein großer Anteil dieses Produktes aus Erdgas besteht, da eine komplette Belieferung mit grünem Wasserstoff (Windgas) damals nicht möglich war und unter den derzeitigen Marktbedingungen auch heute noch nicht realistisch ist.

Unser tatsächlicher Gas-Mix (aus Erdgas und Wasserstoff) war und ist seit Beginn der tatsächlichen Wasserstoff-Einspeisung (Ende 2014) für unsere Kund*innen jederzeit auf unserer Webseite und in den Produktinformationen für jedermann einsehbar dokumentiert.

Wir haben proWindgas stets bewusst und klar erkennbar als „Fördertarif“ angeboten, mit dem Verbraucher*innen die Energiewende im Gasbereich vorantreiben können. Wir haben immer betont, dass dies nicht von jetzt auf gleich geht – und zunächst Erdgas als Übergang genutzt werden muss, bis es durch erneuerbare Gase ersetzt werden kann.

Zugleich war es von Anfang an unser erklärtes Ziel, dass wir den Erdgas-Anteil im Gasmix reduzieren wollen. Tatsächlich haben wir durch die Inbetriebnahme neuer Elektrolyseure und den Windgas-Bezug von anderen Produzenten die Menge des beschafften Wasserstoffs zur Versorgung unserer Kund*innen erheblich erhöhen können. Da gleichzeitig aber auch die Zahl unserer Gaskund*innen stark wuchs, blieb der Windgas-Anteil im Mix trotzdem auf niedrigem Niveau.

Von Anfang an war zudem klar, dass wir mit proWindgas eine Lösung für ein Henne-Ei-Problem bei der Produktion von erneuerbarem Wasserstoff anstreben: Weil niemand vergleichsweise teuren erneuerbaren Wasserstoff abnahm, lohnte sich der Bau und Betrieb von Windgas-Elektrolyseuren nicht – entsprechend blieb der Preis für grünen Wasserstoff weiter hoch. Dies hat sich auch durch unser proWindgas-Produkt komplett geändert.

Außerdem hatten wir die Lösung weiterer wichtiger Probleme für die Energiewende als Ziel, zum Beispiel die Entwicklung eines kapazitätsstarken Speichers für erneuerbare Energien, mit denen auch längere Dunkelflauten überbrückt werden können, sowie die Versorgung von wichtigen Wirtschaftsbereichen wie die Stahl- und Chemieindustrie oder den Luft- und Seeverkehr mit erneuerbaren Energien, wo diese nicht direkt mit Ökostrom dekarbonisiert werden können.

Die Bedeutung von erneuerbarem Wasserstoff für das Gelingen der Energiewende in allen Sektoren ist inzwischen allgemein anerkannt und hat unter anderem zur Erarbeitung einer Europäischen Wasserstoffstrategie wie auch zu einer Nationalen Wasserstoffstrategie in Deutschland geführt.

Info: Mehr Details zum neuen proWindgas erfahren Sie unter https://www.greenpeace-energy.de/privatkunden/gas/unser-windgas-im-detail.html