Unser proWindgas im Detail

Unser ökologisch hochwertiges Windgas bleibt wichtig für die Energiewende. Doch lässt sich mit grünem Wasserstoff allein unter den aktuellen Bedingungen fossiles Erdgas nicht rasch genug ersetzen. Wegen der sich verschärfenden Klimakrise fügen wir unserem proWindgas deshalb zudem mindestens zehn Prozent Biogas hinzu. Das beziehen wir in bester verfügbarer Qualität aus Biotonnen-Abfällen sowie aus Resten heimischer Zuckerrüben (vegan), die nicht für die Nahrungsmittelherstellung genutzt werden können. Die Verwertung solcher Stoffe ist ökologisch sinnvoll und weist eine gute CO2-Bilanz auf.

Mit ihrem Förderbeitrag von 0,4 ct/kWh unterstützen uns unsere proWindgas-Kund*innen seit 2011. Gemeinsam haben wir die Windgas-Technologie entscheidend vorangebracht, die für eine erfolgreiche Energiewende unverzichtbar ist. Dieses Engagement wollen wir noch ausweiten: Wir arbeiten nun zusätzlich intensiv daran, dass es künftig genug ökologisch sinnvolles Biogas gibt, damit wir schon 2027 komplett auf Erdgas verzichten können.


AUS WIND WIRD WASSERSTOFF – DIE TECHNIK

Schon vor über 200 Jahren hat der italienische Physiker Alessandro Volta entdeckt, dass man elektrischen Strom nutzen kann, um chemische Prozesse auszulösen. Dieses Verfahren wird als Elektrolyse bezeichnet. Es liefert die Grundlage für die Herstellung von Windgas.

Hierbei wird überschüssiger Grünstrom vor allem aus Windkraft eingesetzt, um Wasser in seine Grundstoffe aufzuspalten: in Wasserstoff und Sauerstoff. Der Sauerstoff wird in die Atmosphäre, der Wasserstoff ins Gasnetz geleitet, wo er sich mit dem bereits vorhandenen Erdgas vermischt.

Durch ein weiteres chemisches Verfahren lässt sich der Wasserstoff bei Bedarf methanisieren. Hierbei kann Wasserstoff durch Zugabe von CO2 zu Methan weiterverarbeitet werden. Grüner Wasserstoff und erneuerbares Methan können große Mengen des herkömmlichen Erdgas ersetzen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Übergang von fossilem zu erneuerbarem Gas ermöglichen.

UNSER BIOGAS – NUR AUS BESTEN QUELLEN

Wir legen bei unserem Biogas-Bezug strenge Kriterien an, die wir mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace e.V. abstimmen. So stellen wir sicher, dass unser Biogas aus nachhaltigen Quellen stammt. Wir beachten dabei u.a. die damit verbundenen Treibhausgas-Emissionen, aber auch weitere ökologische und ethische Faktoren. So vermeiden wir eine Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion oder achten auf die Folgen für Umwelt- und Artenschutz durch den Anbau der Ausgangsstoffe (Substrate) für Biogase.

2021 starten wir mit mindestens zehn Prozent Biogas aus kommunalen Anlagen, die Biotonnen-Abfälle vergären. Für die veganen Tarife proWindgas vegan beziehen wir Biogas, das aus Resten von heimischen Zuckerrüben hergestellt wird, die nicht für die Nahrungsmittelherstellung genutzt werden können. Die Nutzung solcher Substrate (also Ausgangs- oder Grundstoffe) für die Biogas-Produktion ist ökologisch sinnvoll und weist eine gute CO2-Bilanz auf.

Mehr Fragen zu proWindgas und zur Windgas-Technologie beantworten wir in unserem Service-Bereich. Einen kompakten Überblick über unser proWindgas-Angebot ab 2021 und die Hintergründe finden Sie in unserer aktuellen Broschüre "Unser neues proWindgas".

Gasbarometer

 WindgasBiogasErdgas
Prognose1 %10 %89 %
MonatWindgasanteil in %Erdgasanteil in %
Januar0,82 %99,18 %
Februar0,66 %99,34 %
März0,47 %99,53 %
April0,72%99,28 %
Mai0,32 %99,68 %
Juni0,89 %99,11 %
Juli0,50 %99,50 %
MonatWindgasanteil in %Erdgasanteil in %
Januar0,90 %99,10 %
Februar0,91 %99,09 %
März0,79 %99,21 %
April0,71 %99,29 %
Mai0,40 %99,60 %
Juni0,73 %99,27 %
Juli0,65 %9,35 %
August0,73 %99,27 %
September0,75 %99,25 %
Oktober1,17 %98,83 %
November0,91 %99,09 %
Dezember1,00 %99,00 %
Gesamtjahr0,86 %99,14 %
MonatWindgasanteil in %Erdgasanteil in %
Januar0,75 %99,25 %
Februar0,89 %99,11 %
März0,99 %99,01 %
April0,71 %99,29 %
Mai2,04 %97,96 %
Juni0,60 %99,40 %
Juli0,83 %99,17 %
August0,89 %99,11 %
September0,66 %99,34 %
Oktober0,60 %99,40 %
November0,65 %99,35 %
Dezember0,73 %99,27 %

Im Gasbarometer finden Sie die Zusammensetzung unseres Gasmixes. Der Wasserstoffanteil schwankt monatlich und hängt von der eingespeisten Menge Windgas, der Zahl unserer Kund*innen sowie deren Verbrauch ab. Der erneuerbare Wasserstoff kommt von Enertrag in Brandenburg, aus unserem ersten eigenen Elektrolyseur im bayerischen Haßfurt, von den Mainzer Stadtwerken, Wind2Gas in Brunsbüttel sowie ab 2021 aus unserem zweiten eigenen Elektrolyseur im schleswig-holsteinischen Haurup.

Unser langfristiges Ziel ist es, den Anteil von Windgas nach und nach zu erhöhen. Da die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff heute noch vergleichsweise teuer ist und wir unseren Gaspreis konkurrenzfähig halten möchten, können wir den Wasserstoffanteil nur langsam steigern – beziehungsweise trotz deutlich gestiegener Kunden*innenzahl stabil halten.

Für mehr Klimaschutz muss der Erdgas-Ausstieg beschleunigt werden. Möglich ist dies derzeit nur mithilfe von ökologisch sinnvollem Biogas, das wir all unseren proWindgas-Produkten beimischen. Noch ist das gute Gas aber sehr knapp. Deshalb starten wir mit einem Mindestanteil von zehn Prozent, der bis 2027 sukzessive gesteigert wird.

Erdgas: Abschied von einer Brückentechnologie

Bislang galt Erdgas als Brücke ins Erneuerbaren-Zeitalter. Doch angesichts der dramatisch voranschreitenden Klimakrise müssen wir uns schneller als geplant vom Erdgas verabschieden. Zumal die Klimabilanz von Erdgas problematischer ist als lange gedacht: Insbesondere bei der Förderung und beim Transport gelangen deutlich mehr Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre als bislang bekannt, zeigen neue Studien.

Wir haben uns deshalb ein äußerst ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2027 wollen wir den Erdgas-Anteil in unserem Gasmix auf null reduzieren und die entsprechenden Anteile allein durch saubere, erneuerbare Gase ersetzen. Sprich: durch grünen Wasserstoff – und durch wirklich gutes Biogas. Alle proWindgas-Tarife sollen dann 100 Prozent erneuerbar sein.

Mehr erfahren

Ein Gastarif verändert die Energiewelt

Von der Idee zur Realität innerhalb kürzester Zeit – unser Gastarif beschäftigt die Energiewelt. Immer mehr Energieversorger, Konzerne und Unternehmen erkennen das Potenzial der Technologie. Und inzwischen auch die Politik: So arbeitet die Bundesregierung endlich an einer Nationalen Wasserstoffstrategie.