Unser Engagement für eine bessere Energie­gesetzgebung

Seit seiner Gründung 1999 versteht sich Greenpeace Energy als „politischer“ Ökostrom-Anbieter. Unsere erklärten Ziele sind eine ökologische Energiewende – und der schnellstmögliche Ausstieg aus Kohle und Atom. Dafür engagieren wir uns bei den politischen Entscheidern in Berlin und Brüssel, machen Druck auf die Regierenden – auf der Straße oder hinter den Kulissen, im Alleingang oder in gemeinsamen Aktionen mit Umweltverbänden und anderen Akteuren.

Dieses Engagement wird immer wichtiger, weil der rechtliche und politische Rahmen für die Energiewende ständig verändert wird und immer mehr Einschnitte für zahlreiche Akteure und den Ausbau der Erneuerbaren drohen. Das wollen wir verhindern. Unsere Forderungen untermauern wir durch wissenschaftliche Untersuchungen, die oft große Resonanz in der Öffentlichkeit und in der Politik finden.

Mai 2014: Dass die Energiewende durch die EEG-Reform 2014 kaputtregiert werden könnte –diese Befürchtung teilen rund 12.000 Menschen, die sich Anfang Mai zur Großdemonstration in Berlin versammelten. Mitten in der heißen Phase des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens machten die Demonstranten mit einem Zug durch das Berliner Regierungsviertel ihrem Ärger Luft. Auch Greenpeace Energy ist mit zahlreichen Mitarbeitern und Unterstützern mit dabei – und warnt in Interviews und Kommentaren: „Die deutsche Energiewende könnte bald auf Schlingerkurs geraten – denn die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes führt schon jetzt bei vielen kleineren Akteuren der Ökostrombranche zu Verunsicherung.“
März 2015: Gemeinsam mit weiteren Branchenakteuren stellt Greenpeace-Energy-Vorstand Sönke Tangermann auf einer gut besuchten Pressekonferenz in Berlin das eigens entwickelte „Grünstrom-Markt-Modell“ vor. Das Modell erlaubt eine direkte und transparente Belieferung von Verbrauchern mit Ökostrom – ohne den Umweg über die Strombörse, wie ihn das Marktprämiensystem laut EEG vorsieht. Die Bundesregierung hatte im EEG 2014 dafür eigentlich einen Platzhalter eingebaut, um nachträglich diesen Vermarktungsweg zu schaffen. Doch die nötige Verordnung bleibt die Politik schuldig – und auch das Grünstrom-Marktmodell wird vom verantwortlichen Minister Gabriel abgelehnt.
Mai 2015: Mit einer bundesweiten Warnminute protestieren Unternehmen, Verbände und Organisationen in ganz Deutschland gegen drohende Einschnitte bei der Energiewende. Die gemeinsame Protestaktion unter dem Motto „5 vor 12? richtet sich gegen Verschärfungen in der bevorstehenden EEG-Reform, mit denen der Ausbau der Erneuerbaren gedrosselt und kleine Bürgerenergie-Akteure benachteiligt werden. Greenpeace Energy und die Kraftwerkstochter Planet energy beteiligten sich am Hamburger Firmensitz an der Aktion. Zu der bundesweit stattfindenden Protestaktion, an der sich mehr als 200 Unternehmen und Organisationen mit mehr als 30.000 Beschäftigten beteiligten, hatte das Bündnis „Energiewende retten!“ aufgerufen. (Foto: Fred Dott / Greenpeace Energy eG)
Juni 2016: Zusammen mit rund 8.000 Teilnehmern aus Branchenverbänden, Bürgerenergieprojekten, Unternehmen und Organisationen demonstrierte Greenpeace Energy unter dem Motto „Energiewende retten!“ in Berlin gegen die geplante EEG-Reform. Bei der hochumstrittenen EEG-Reform 2016 hatten sich Bund und Länder zuvor auf Kompromisse verständigt. Der jährliche Zubau bei Windkraftanlagen an Land soll demnach stark begrenzt werden. „Die Vorgaben würden die heutigen Ausbauzahlen fast halbieren und reichen bei weitem nicht aus, um die beim Weltklimagipfel in Paris vereinbarten Ziele zu erreichen“, warnt Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation (rechts). (Foto: Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG)
Juni 2016: Kaum hat das Bundeskabinett die umstrittene Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beschlossen, ist das Thema bereits auf der Agenda des Deutschen Bundestages: Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen lädt zum Fachgespräch ins Parlament. Mehr als 30 Vertreter von Verbänden, Unternehmen sowie aus Wissenschaft und Politik sind in den Sitzungssaal des Paul-Löbe-Hauses gekommen, um über die Knackpunkte der Reform zu diskutieren – auch Greenpeace Energy ist mit dabei und fordert wichtige Korrekturen an der Reform, von denen einige im anschließenden parlamentarischen Beratungsverfahren von den politischen Entscheidern aufgegriffen und diskutiert werden. (Foto: Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG)
Juni 2016: Deutschland muss erheblich mehr Ökostrom produzieren als bislang geplant – wenn es die Vorgaben des Pariser Klimagipfels ernsthaft einhalten will. Das zeigt die neue Studie „Sektorkopplung in der Energiewende“ der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft, die Greenpeace Energy zusammen mit Studienautor Professor Volker Quaschning (Foto rechts) in Berlin präsentiert. In der Studie ist erstmals neben dem Stromsektor auch der Energiebedarf von Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie eingerechnet. Diese Sektoren benötigen in Zukunft deutlich größere Mengen Strom, denn sie müssen von fossilen Energieträgern auf erneuerbaren Strom umschwenken. (Foto: Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG)

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Stellungnahme "Impulspapier Strom 2030"

Oktober 2016: Mitte September 2016 veröffentlichte die Bundesregierung das „Impulspapier Strom 2030″, das die Weiterentwicklung unseres Stromsystems für die kommenden Jahren beschreibt. Branchenakteure waren aufgerufen, ihre Meinung zu dem Impulspapier abzugeben. Auch Greenpeace Energy hat eine kritische Stellungnahme beim zuständigen Bundeswirtschaftsministerium eingereicht.

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Konventionelle-Energien-Umlage 2017

Oktober 2016: Stromkunden müssten 2017 auf jede verbrauchte Kilowattstunde eine „Konventionelle-Energien-Umlage“ von bis zu 10,8 Cent zahlen, wenn die versteckten Kosten für Kohle, Atom und Gas in den Strompreis eingerechnet würden. Das hat das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) in einer Studie im Auftrag von Greenpeace Energy berechnet. Laut der Kurzanalyse des FÖS summieren sich staatliche Fördergelder und gesellschaftliche Folgekosten für konventionelle Energieträger wie Kohle und Atom im kommenden Jahr insgesamt auf bis zu 38 Milliarden Euro.

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Im Überblick

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