Elektromobilität sinnvoll gestalten

Das Thema Elektromobilität ist für eine saubere Energieversorgung von großer Bedeutung. Die Konzepte, mit denen Elektromobilität betrieben wird, sind es zumeist nicht. Ein Elektroauto, das mit herkömmlich erzeugtem Strom betrieben wird, ist der Umweltnutzen äußerst zweifelhaft.

Das Fahrzeug fährt zwar emissionsfrei, doch am Kraftwerk, das den Fahrstrom erzeugt, entsteht sehr wohl CO2. Werden Elektrofahrzeuge nach dem derzeitigen Strommix in Deutschland betankt, sind deren Werte nicht vorteilhafter als bei einem modernen Spar-Diesel.

Carsharing mit Ökostrom

Resultat dieser Überlegungen ist das Pilotprojekt „Carsharing mit Ökostrom“ von Greenpeace Energy und cambio CarSharing, das im März 2011 in Hamburg gestartet ist. Seitdem erweitern in der Hansestadt an zwei Stationen Elektroautos die CarSharing-Flotte von cambio. Der Fahrstrom besteht zu 100 % aus Ökostrom und stammt von Greenpeace Energy. Ein weiteres Elektroauto befindet sich an der cambio-Station in den Stadtgärten Lokstedt und steht den Bewohnern des Wohnquartiers zur Verfügung. Im März 2012 ist das Projekt auf Köln ausgeweitet worden. Seitdem stehen auch den Kölner cambio-Kunden zwei Elektrofahrzeuge vom Typ Mitsubishi i-MieV zur Verfügung.

Mit dem Projekt zeigen wir auf, wie Elektromobilität mit ökologisch sinnvollen und zukunftsweisenden Mobilitätskonzepten wie CarSharing umgesetzt und mit unseren strengen Kriterien an die Energieversorgung in Einklang gebracht werden kann. Greenpeace Energy und cambio teilen die Auffassung, dass Elektromobilität aus heutiger Sicht nur dann eine sinnvolle Option darstellt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:

Voraussetzungen

  • Eine Ladung der Batterien ist nur mit Ökostrom sinnvoll.
  • Der Strombedarf für Elektromobilität darf die Energiewende nicht verzögern.
  • Deshalb müssen zusätzliche Öko-Kraftwerke über die bisherigen Ausbauplanungen hinaus entstehen.
  • Kleine, leichte, verbrauchsarme Fahrzeuge sind größeren Fahrzeugen vorzuziehen.
  • Motorisierter Individualverkehr in Privatautos ist auch dann kein zukunftsfähiges Mobilitäts-Leitbild, wenn alle elektrisch fahren. Auch auf diese Art und Weise werden nicht-nachhaltige Infrastrukturen weiter gefördert; Platzverbrauch, Unfälle und Zersiedlung führen zu volkswirtschaftlichen Schäden und einem Verlust an Lebensqualität. Bus, Bahn und Fahrrad sollten deshalb Vorfahrt haben.
  • Darüber hinaus bleibt jedoch ein Mobilitätsbedarf, der sich sinnvollerweise besser mit Autos decken lässt. Wo möglich, ist hier dem Carsharing gegenüber Privatwagen der Vorzug zu geben.

Nach einer Laufzeit von zwei Jahren haben Greenpeace Energy und cambio das Pilotprojekt im März 2013 abgeschlossen. Das Projekt befindet sich nun im Regelbetrieb, die Elektroautos sind in die cambio-Flotte in Hamburg und Köln integriert. Beide Projektpartner konnten wichtige Informationen über den Aufbau der Ladeinfrakstruktur, die Akzeptanz von Elektroautos im CarSharing und das Nutzungsverhalten der Kunden sammeln.

Weitere Infos

Kunden des CarSharing-Anbieters cambio können in Hamburg und Köln neben Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb auch auf Elektroautos des Typs Mitsubishi i-MiEV zurückgreifen. Die Fahrzeuge befinden sich an folgenden Stationen:

  • Hamburg: Osterstraße in Eimsbüttel
  • Hamburg: Behringstraße in Ottensen
  • Köln: Maastrichter Straße im Belgischen Viertel

Bei den Elektroautos handelt es sich komfortable Viersitzer, in die ein ganz normaler Wochenendeinkauf passt. Sie sind nicht teurer als die Kleinwagen mit konventionellem Antrieb, zum Beispiel ein Ford Fiesta oder ein VW Polo. Weitere Infos zu den Fahrzeugen und zur Buchung gibt es auf der Internetseite von cambio.