Zahlreiche Industrieprivilegien lassen die Ökostrom-Förderung steigenEEG-Umlage steigt

– Pressemitteilung

Die EEG-Umlage, die alle Verbraucher für den Ausbau der erneuerbaren Energien zahlen, wird im kommenden Jahr steigen - von derzeit 3,59 Cent auf 5,28 Cent pro Kilowattstunde. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden sind das Mehrkosten von rund 5 Euro im Monat.

Die EEG-Umlage ist Bestandteil des Strompreises und berechnet sich aus der Differenz zwischen den festen Vergütungssätzen für Strom aus Wind und Sonne und den Preisen, die erneuerbare Energien am Markt erzielen. Jedes Jahr im Oktober geben die Netzbetreiber die EEG-Umlage für das kommende Jahr bekannt. Während die Ökostrom-Umlage im letzten Jahr nur geringfügig von 3,53 auf 3,59 Cent pro Kilowattstunde angehoben wurde, fällt der Anstieg in diesem Jahr deutlich höher aus. Dafür gibt es mehrere Gründe. Die EEG-Umlage ist im letzten Jahr aus politischen Gründen gezielt niedrig gehalten worden. Die daraus resultierenden Einnahmeverluste müssen nun nachträglich eingeholt werden. Außerdem wird immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien produziert, der auch vergütet werden muss. Im ersten Halbjahr 2012 stammten bereits 25 Prozent des Strom in Deutschland aus erneuerbaren Energien - so viel wie noch nie zuvor. Ein Erfolg, der ohne das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die EEG-Umlage nicht möglich gewesen wäre.

Ein weiterer Grund ist eine eigentlich erfreuliche Wirkung der Erneuerbaren: Strom aus Wind und Sonne verdrängt an der Börse teure konventionelle Kraftwerke, der Börsenstrompreis sinkt. Dadurch steigt jedoch die Differenz zu den festen Vergütungssätzen für die erneuerbaren Energien und damit auch die EEG-Umlage. Von den niedrigen Börsenstrompreisen profitieren vor allem große Industriebetriebe, die ihren Strom direkt an der Börse einkaufen.

Vor allem aber steigt die EEG-Umlage, weil der Gesetzgeber den Kreis der energieintensiven Industrieunternehmen, die Rabatte und Vergünstigungen erhalten, immer weiter zieht. Zahlreiche Betriebe sind ganz oder teilweise von der EEG-Umlage befreit. Viele Unternehmen müssen zudem keine Netzentgelte zahlen und erhalten Ermäßigungen bei der Ökosteuer, manchen Branchen wird sie ganz erlassen. Da immer mehr Betriebe von diesen Vergünstigungen profitieren, steigen EEG-Umlage und Strompreis für alle anderen Verbraucher, nämlich Privathaushalte und Kleinunternehmer.

Während die Förderung der Erneuerbaren durch die EEG-Umlage klar und transparent ausgewiesen wird, verursachen konventionelle Energien wie Kohle und Atom deutlich mehr Kosten, als auf der Stromrechnung stehen. Das hat Greenpeace Energy mit der Studie „Was Strom wirklich kostet“ nachgewiesen. Während die Steinkohle-Verstromung zwischen 1970 und 2012 insgesamt 177 Milliarden Euro an Förderungen und die Atomstromproduktion sogar 187 Milliarden Euro erhielt, kommen die erneuerbaren Energien bis heute auf 54 Milliarden Euro. Würde man die Kosten von Kohle- und Atomstrom aufsummieren und auf die Verbraucher umlegen, läge diese Konventionelle-Energien-Umlage 2012 bei 10,2 Cent pro Kilowattstunde und wäre immer noch fast doppelt so hoch wie die zukünftige EEG-Umlage.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist nicht umsonst zu haben. Langfristig gesehen senken sie jedoch den Strompreis. Erneuerbare benötigen höhere Anfangsinvestitionen, liefern danach aber fast kostenlos Strom, denn im Gegensatz zu den konventionellen Energien ist ihr Brennstoff - Wind, Sonne und Wasser - quasi umsonst, und die laufenden Kosten sind gering.

Weitere Informationen zur EEG-Umlage und zur Strompreisdebatte gibt es in der BroschüreErneuerbare Energien als Preistreiber? Argumente zur Versachlichung einer hitzigen Debatte der Umweltorganisation Greenpeace. Die Studie Was Strom wirklich kostet von Greenpeace Energy vergleicht die Kosten von erneuerbaren und konventionellen Energien und steht als Kurz- und als Langfassung zum Download bereit. Und ein aktuelles Greenpeace-Konzept zeigt, wie sich die EEG-Umlage deutlich absenken ließe, ohne den Ausbau der Erneuerbaren abzubremsen.

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