Weizsäcker gegen WeizsäckerFamilienzwist über Atomkraft und Strompreise

– Pressemitteilung

„Das ist hier ein Rückspiel für dich“, schmunzelte Carl Christian von Weizsäcker, als sein Bruder Ernst Ulrich für eine atomkritische Bemerkung Beifall erntete. Vor neun Jahren hatten sich die beiden schon einmal zum Streitgespräch getroffen - damals vor Kollegen des Wirtschaftswissenschaftlers Carl Christian. Auf dem Energiekongress von Greenpeace Energy musste diesmal der Atomkraft-Befürworter scharfe Kritik aus dem Publikum hinnehmen, blieb aber gelassen.

Auch in anderen Punkten gingen die Ansichten 72-jährigen Carl Christian und des eineinhalb Jahre jüngeren Ernst-Ulrich auseinander. Während der Wirtschaftswissenschaftler dringend davor warnte, Industrien durch hohe Energiepreise aus Deutschland zu vertreiben und so den Wohlstand aufs Spiel zu setzen, hielt der Physiker und Biologe Ernst Ulrich dagegen: „Die Verteuerung von Energie ist kein Übel, sondern etwas Gutes.“ Denn nur dann, so der Mitbegründer des Wuppertal-Instituts, bestehe der Anreiz, Energie effizienter zu nutzen - um eben jenen "Faktor 5", der Weizsäckers neuestem Buch den Namen gab. So hält er das EEG denn auch für vorbildlich, während Carl Christian es als Irrweg und versteckte Staatsverschuldung geißelte. 

Einig waren sich die Brüder hingegen in ihrem Vertrauen auf marktwirtschaftliche Mechanismen: „Wir sind beide überzeugte Preisfanatiker“, erklärte Carl Christian von Weizsäcker. Staatliche Eingriffe und Vorschriften, etwa zur Sanierung von Gebäuden, lehnten beide einhellig ab.

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