EDF-Konzern fällt Investitionsentscheidung für Hinkley Point CMilliardensummen für britisches Atomprojekt fehlen bei der Sicherung alter Pannen-AKWs

Das Management des französischen Energiekonzerns Electricité de France (EDF) hat heute laut Medienberichten offiziell grünes Licht für eine Milliarden-Investition in das umstrittene Atomkraftwerksprojekt Hinkley Point C in Großbritannien gegeben. Es kommentiert Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy:

„Die Entscheidung für Hinkley Point C ist doppelt fahrlässig. Zum einen für den hoch verschuldeten EDF-Konzern, denn die jüngst vom französischen Staat zugesagten Milliardenhilfen für das Projekt könnten gegen EU-Beihilferecht verstoßen und somit illegal sein. Fließen diese Gelder am Ende nicht, würde sich für EDF eine gigantische Finanzierungslücke auftun. Riskant ist die Entscheidung aber vor allem aber in Hinblick auf die alternden Kraftwerke in Frankreich: Weil seine alternden Atommeiler immer wieder von ernsten Störfällen betroffen sind, müsste EDF in den nächsten Jahrzehnten eigentlich einen bis zu dreistelligen Milliardenbetrag investieren. Dieses Geld fehlt nun aber durch das exorbitant teure Prestigeprojekt Hinkley Point C – ein gefährliches Spiel mit der Sicherheit.“

Hintergrund: Hinkley Point C soll 2025 ans Netz gehen. Die britische Regierung plant, mit dem geplanten Atomkraftwerk die Versorgungssicherheit des Landes sicherzustellen und hat den AKW-Investoren für die Laufzeit von 35 Jahren eine garantierte Einspeisevergütung von umgerechnet 120,51 Euro für jede in Hinkley Point C produzierte Megawattstunde versprochen. Das wären rund 40 Prozent mehr, als z.B. ein neuer Windpark in Deutschland an Vergütung erhält. Laut Berechnungen des Berliner Analyseinstituts Energy Brainpool hätte sich die Garantie-Vergütung für Hinkley Point C über die Förderlaufzeit von 35 Jahren unter Berücksichtigung der Inflation auf rund 108 Milliarden Euro summiert. Greenpeace Energy klagt gemeinsam mit neun weiteren Unternehmen gegen dieses Subventionspaket, weil es den Wettbewerb auf dem europäischen Energiemarkt zu Lasten der Erneuerbaren verzerrt. Auch Österreich, unterstützt von Luxemburg, hat vor dem Gericht der Europäischen Union in Luxemburg geklagt. Beide Verfahren laufen derzeit.

Zurück zum Pressearchiv