„Impulspapier Bürgerstromhandel“Wie Stromhandel von Nachbar zu Nachbar möglich wird

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Der Stromhandel zwischen privaten Energieproduzenten und ihren Nachbarn könnte mit einfachen rechtlichen und energiewirtschaftlichen Maßnahmen zu einem dynamischen Markt mit großem Effekt für die Energiewende werden. Zu diesem Ergebnis kommt das „Impulspapier Bürgerstromhandel“, welches das Institut „Energy Brainpool“ im Auftrag des Bündnis Bürgerenergie heute in Berlin vorgestellt hat. An der Pressekonferenz nahm auch Marcel Keiffenheim teil, Aufsichtsratsmitglied beim Bündnis Bürgerenergie und Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy.

„Ganz im Sinne der Bestrebungen auf EU-Ebene zeigt das Impulspapier, wie die bisherigen Hürden im Stromhandel von Nachbar zu Nachbar beseitigt werden könnten“, sagt René Mono, BBEn-Vorstand. Denn obwohl der Handel zwischen sogenannten Prosumenten und ihren Nachbarn theoretisch bereits heute möglich ist, stehen dieser kleinteiligen Form des Strommarktes aktuell noch unverhältnismäßig hohe rechtliche Hürden gegenüber.

Mit kostengerecht reduzierten Stromnebenkosten, verringertem Verwaltungsaufwand und der Unterstützung bürgernaher Dienstleister ist eine zweite Liberalisierung des von großen Strukturen dominierten Stromhandels schon heute umsetzbar, so das Fazit des Impulspapiers. Mehr Markt und Freiheit für Bürgerinnen und Bürger beim Handel mit erneuerbar erzeugtem Strom würde einen kostengünstigen Zubau klimafreundlicher Kraftwerke gerade in städtischen Regionen attraktiv machenund die digitale Innovation des Sektors fördern. Damit sorgen regional differenzierte Stromkosten für einen zielgerichteten Ausbau erneuerbarer Energieanlagen an den Orten des Verbrauchs, denn das bedeutet Dezentralität der Energiewende.

Das „ImpulspapierBürgerstromhandel“ zeigt konkret, wie Privatpersonen zu Verkäufern von erneuerbar erzeugtem Strom an Ihre NachbarInnen werden können. Dabei kommt im ersten Schritt ein Handel zwischen den Prosumenten und Nachbarn zustande. In der Folge wird dieses Zustandekommen den jeweiligen Energieversorgungsunternehmen weitergemeldet, die als Dienstleister die Abwicklung übernehmen. Der so gehandelte Strom erhält keine EEG-Vergütung mehr, sondern wird direkt von den Abnehmern vergütet. Damit belastet er nicht mehr das EEG-Konto und ist dennoch günstiger im Vergleich zum Fremdbezug.

Marcel Keiffenheim wies auf der Pressekonferenz in Berlin auf die zahlreichen Nutzeffekte des Bürgerstromhandels hin: "Der Verkäufer hat den Vorteil, dass er seine Photovoltaik-Anlage besser einsetzen kann, mehr Strom wird vor Ort verbraucht – das rechnet sich. Der Käufer hat den Vorteil, dass er vor Ort günstig erzeugten Erneuerbaren-Strom direkt nutzen kann. Das spart für ihn Geld auf der Stromrechnung." Zudem habe die Allgemeinheit etwas von dem Modell, weil der Bürgerstromhandel die EEG-Umlage entlastet – das EEG wird günstiger –, und gleichzeitig werden die Verteilnetze in den Städten so besser genutzt, so dass die Netzkosten geringer werden. "Unterm Strich wird die Energiewende effizienter und günstiger durch diesen Vorschlag", so Keiffenheim.

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Marcel Keiffenheim (li.), Aufsichtsrat Bündnis Bürgerenergie und Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy und Fabian Huneke von Energy Brainpool. Foto: Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG
Stellten das Impulspapier in Berlin vor: (v.l.n.r.): Marcel Keiffenheim (Greenpeace Energy), Fabian Huneke (Energy Brainpool), Rene Mono (Bündnis Bürgerenergie). Foto: Christoph Rasch, Greenpeace Energy eG
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